Warum dir ein/e Homöopath/in so viele Fragen stellt

August 27, 2019

Vielleicht warst du bereits mal in einer homöopathischen Beratung und hast erstaunt festgestellt, wie viele Fragen dein Homöopath/deine Homöopathin dir gestellt hat? Oder du hast von jemandem aus dem Bekanntenkreis gehört, wie so eine Anamnese abläuft?

Was steckt denn da dahinter?

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Erstanamnese

Das erste Gespräch, auch Erstanamnese genannt, dauert meist zwischen ein bis zwei Stunden. In der Homöopathie ist es für die Mittelfindung enorm wichtig, den Menschen in seinem Wesen, mit all seinen Beschwerden und Problemen kennenzulernen. Es geht dabei niemals um eine Bewertung, sondern es darf alles so sein, wie es gerade ist.

Es geht darum, akute und chronische Symptome und Beschwerden aufzunehmen, aber auch die Veranlagung eines Menschen kennen zu lernen. Die Veranlagung oder Disposition eines Menschen zeigt sich sowohl im physischen wie auch im psychischen Bereich. Zum Beispiel ist ein Mensch eher extro- oder introvertiert (dies kann sich auch ändern im Verlaufe des Lebens, vielleicht war man als Kind anders als im Erwachsenenalter), oder ein Mensch hat die Disposition, durstig oder durstlos und empfindlich auf Hitze oder Kälte zu sein.

Diese und viele weitere Aspekte werden bei der Mittelwahl miteinbezogen.

Ein Beispiel - hoher Blutdruck

Dies bedeutet zum Beispiel in der Praxis, dass vier Kunden (es können natürlich jeweils auch Kundinnen sein ) mit derselben Krankheit höchstwahrscheinlich alle ein anderes Arzneimittel erhalten. Nehmen wir als erfundenes Beispiel an, die Kunden haben alle einen hohen Blutdruck. Allein in der Materia Medica (Arzneimittellehre) gibt es über 160 homöopathische Arzneimittel, die einen hohen Blutdruck abdecken würden. Diese Information reicht also nicht, um das passende Arzneimittel zu finden (in der klassichen Homöopathie wird mit Einzelmittel behandelt und es werden keine Komplexmittel verwendet).

Aber spannend ist: Einer der vier Kunden ist nebst dem Bluthochdruck ständig müde, fühlt sich depressiv und niedergeschlagen. Ein anderer nimmt das Symptom nicht ernst, da ihm seine Gesundheit gleichgültig ist, was schon immer so war. Ein dritter hat den Bluthochdruck entwickelt, nachdem er unerwartet seinen Job verloren hat. Und ein vierter hat nur abends einen hohen Blutdruck und tagsüber ist der Blutdruck normal. Es scheint, dass alle vier Kunden ganz unterschiedliche Typen sind und sich der Bluthochdruck aus verschiedenen Gründen entwickelt hat und sich unterschiedlich äussert.

Nach sorgfältiger Anamnese werden nun also spezifische Mittel gesucht, die nicht nur den Bluthochdruck abdecken, sondern auch die sonstige Symptomatik und Lebenssituation des Kunden. Es gibt also in der Homöopathie kein „Bluthochdruckmittel“, sondern es wird individuell und ganzheitlich auf die Gesamtsymptomatik verschrieben.

Ganz nach dem Zitat von Prafull Vijayaker (Arzt und Begründer der Predictive Homöopathie): „Es wird der Mensch in der Krankheit und nicht die Krankheit im Menschen behandelt.“

Dies ist der Grund, warum die Homöopathen dir so viele Fragen stellen, denn sie benötigen die Informationen, um das passende Arzneimittel zu verschreiben.


Anna Hirsiger
Über die Autorin

Anna Hirsiger

Bei Anna steht deine Gesundheit im Zentrum. Als Ernährungscoach und Homöopathin unterstützt sie dich dabei, deine Gesundheit zu verbessern.

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