Am Wochenende habe ich eine spannende Dokumentation auf ARTE gesehen:
„Zucker oder Fett: Was schadet mehr?“
Regie: David Stewart (2014)
Oft wird entweder Zucker oder Fett verteufelt, und es wird empfohlen, mindestens einen dieser Faktoren zu reduzieren, da sie ernsthafte gesundheitliche Folgen haben sollen. Ein hoher Konsum kann das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.
Doch welche Ernährungsweise ist tatsächlich schädlicher für die Gesundheit – eine fettreiche oder eine zuckerreiche Ernährung?
Ein Experiment mit eineiigen Zwillingen
In der Dokumentation unterziehen sich die eineiigen Zwillinge und Ärzte Chris und Xand Van Tulleken einem Selbstversuch. Da sie die gleichen Gene und eine ähnliche Lebensweise haben, sind sie ideale Kandidaten, um die Auswirkungen von Fett und Zucker auf den Körper zu testen.
Der Selbstversuch läuft folgendermassen ab:
- Einer der beiden ernährt sich einen Monat lang nur von Zucker und Kohlenhydraten und verzichtet komplett auf Fett.
- Der andere isst einen Monat lang sehr fettreich und verzichtet auf Kohlenhydrate und Zucker.
Während des Experiments werden regelmässig Gesundheitswerte wie Blutdruck, Cholesterin- und Blutzuckerspiegel, Gewicht, Körpermasse sowie die physische und kognitive Fitness überprüft.
Obwohl die Studie aufgrund der kleinen Teilnehmerzahl nicht repräsentativ ist, liefert sie dennoch interessante Erkenntnisse.
Die Ergebnisse zeigen:
- Beide Brüder verlieren Gewicht – jedoch nicht nur Fett, sondern auch wertvolle Muskelmasse.
- Der Körper baut in der Not Muskelmasse ab, wenn ihm nicht genügend Kohlenhydrate zur Energiegewinnung zur Verfügung stehen.
- Dies zeigt, dass ein einseitiger Verzicht auf Nährstoffe unerwünschte Nebeneffekte haben kann.
Zucker ist nicht gleich Zucker
Die Dokumentation kommt zum Schluss, dass weder eine extrem fettreiche noch eine einseitige kohlenhydratreiche Ernährung förderlich für die Gesundheit ist.
Meine persönliche Meinung dazu:
Kohlenhydrate sind für den Körper essenziell, etwa um nachts die Energiespeicher wieder aufzufüllen. Allerdings unterscheidet der Film nicht zwischen Haushaltszucker und komplexen Kohlenhydraten.
Der Teilnehmer, der eine fettreduzierte, kohlenhydratreiche Ernährung testet, nimmt alle Arten von Kohlenhydraten zu sich – darunter Gemüse, Früchte, Kartoffeln, Reis und Getreide.
Natürlich werden auch komplexe Kohlenhydrate im Körper in Zucker umgewandelt. Doch es besteht ein bedeutender Unterschied zwischen gesunden, komplexen Kohlenhydraten und raffiniertem Zucker in Süssigkeiten oder Fertigprodukten.
Deshalb wäre es aus meiner Sicht sinnvoller gewesen, die Studie unter dem Titel „Kohlenhydrate oder Fett – was ist gesünder?“ durchzuführen. Eine reine Ernährung aus Haushaltszucker wäre wohl gesundheitlich kaum vertretbar gewesen.
Die gefährliche Kombination von Fett und Zucker
Ein weiterer spannender Aspekt der Dokumentation ist ein Versuch mit Ratten:
- Bekommen die Ratten nur zuckerhaltiges Wasser, hören sie nach einer gewissen Zeit auf zu essen und nehmen nicht übermässig zu.
- Auch bei einer fettreichen Ernährung verzehren sie nicht mehr als nötig.
Doch wenn die Ratten eine Kombination aus Fett und Zucker erhalten, kommt es zu einer beachtlichen Gewichtszunahme.
Warum?
Der Sättigungsimpuls des Körpers wird nicht mehr richtig wahrgenommen – oder das Gehirn sendet ihn gar nicht erst aus. Das Verhältnis von 50 % Fett und 50 % Zucker scheint besonders „suchtartig“ zu wirken.
Diese Mischung ist in der Natur kaum zu finden – in industriell hergestellten Nahrungsmitteln und Fertiggerichten jedoch umso häufiger.
Wer sein Gewicht halten oder abnehmen möchte, sollte daher besonders auf solche Produkte achten und den Konsum bewusst einschränken.
Fazit
Die Dokumentation zeigt eindrücklich, dass eine einseitige Ernährung – egal ob fettreich oder kohlenhydratreich – nicht ideal ist. Besonders die Kombination von Fett und Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln scheint problematisch zu sein.
Eine ausgewogene Ernährung mit natürlichen, unverarbeiteten Lebensmitteln bleibt der beste Weg zu einem gesunden Lebensstil.
Du möchtest Unterstützung auf deinem Gesundheitsweg? Ich begleite dich gerne individuell auf deinem Weg zu mehr Wohlbefinden.


