Zucker und die Psyche: Wie Süsses unsere Hirngesundheit beeinflusst

Januar 30, 2025

Zucker und die Psyche

Zucker ist für unser Gehirn essenziell – doch ein hoher Konsum kann genau diesem schaden. Neuere Forschungen zeigen, dass Zucker nicht nur die körperliche Gesundheit beeinträchtigt, sondern auch psychische Krankheiten begünstigen und das Demenzrisiko erhöhen kann. Eine Forschungsgruppe der Universität Basel untersucht nun die Zusammenhänge zwischen Zuckerkonsum und psychischer Gesundheit.

Warum Zucker uns zunächst glücklich macht

Süsses hat eine unmittelbare Wirkung auf unser Wohlbefinden. Nach dem Konsum von Schokolade oder anderen süssen Lebensmitteln schüttet unser Gehirn Botenstoffe aus, die uns kurzfristig glücklicher machen. Das hat evolutionäre Gründe: Süsse Lebensmittel galten früher als sicher und energiereich.

Langfristig kann ein hoher Zuckerkonsum jedoch schädlich sein. Besonders problematisch ist der zugesetzte Zucker in Fertigprodukten und Weissmehlprodukten, die den Blutzuckerspiegel rasch ansteigen und ebenso schnell wieder abfallen lassen. Dies führt dazu, dass unser Gehirn immer wieder nach mehr verlangt.

Insulinresistenz: Der stille Feind unseres Gehirns

Unser Körper reguliert den Blutzuckerspiegel mit Insulin. Bei übermässigem Zuckerkonsum müssen die Zellen immer wieder grosse Mengen Insulin verarbeiten. Mit der Zeit werden sie weniger empfindlich für das Hormon – es entsteht eine Insulinresistenz. Dies ist nicht nur ein Risikofaktor für Typ-2-Diabetes, sondern beeinträchtigt auch die Blutgefässe im Gehirn.

Folgen für die Hirngesundheit:

  • Schädigung der Hirngefässe: Hohe Blutzuckerwerte fördern Ablagerungen an den Gefässwänden, was die Nährstoffversorgung des Gehirns erschwert.
  • Chronische Entzündungen: Diese spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Depressionen und anderen psychischen Erkrankungen.
  • Höheres Demenzrisiko: Menschen mit Diabetes erkranken häufiger an Demenz. Die Deutsche Hirnstiftung geht davon aus, dass 40 % der Demenzfälle vermeidbar wären – viele davon durch eine Reduktion des Industriezuckers.

Darm-Hirn-Achse: Wie Zucker unsere Psyche beeinflusst

Die Verbindung zwischen Darm und Gehirn ist wissenschaftlich gut belegt. Der Vagusnerv überträgt Signale vom Darm ins Gehirn – und umgekehrt. Ein hoher Zuckerkonsum verändert die Darmflora, was sich negativ auf das emotionale Wohlbefinden auswirken kann. Studien zeigen, dass Menschen mit psychischen Erkrankungen oft eine veränderte Darmflora aufweisen.

Ketogene Ernährung als Therapieansatz?

Die Universität Basel erforscht derzeit, inwieweit die Ernährung gezielt zur Behandlung psychischer Erkrankungen eingesetzt werden kann. Internationale Studien zeigen, dass eine ketogene Ernährung – eine Ernährungsweise mit extrem wenig Kohlenhydraten und viel Fett – das Potenzial hat, sogar schwere psychische Störungen positiv zu beeinflussen.

Diese Ernährungsweise wird bereits erfolgreich zur Therapie bestimmter Epilepsieformen eingesetzt. Erste Studien zeigen, dass sie auch bei Schizophrenie positive Effekte haben könnte. Derzeit wird sie jedoch nur im Rahmen von klinischen Studien empfohlen.

Praktische Tipps: So reduzierst du Zucker im Alltag

  • Langsam reduzieren: Ein abrupter Zuckerentzug kann Stressreaktionen auslösen und das Verlangen verstärken. Besser ist es, den Konsum schrittweise zu senken.
  • Komplexe Kohlenhydrate bevorzugen: Vollkornprodukte sorgen für eine langsamere Blutzuckerfreisetzung als Weissmehlprodukte.
  • Frische Früchte statt verarbeiteten Zucker: Sie enthalten natürliche Zucker in Kombination mit Ballaststoffen, wodurch der Blutzucker langsamer ansteigt.
  • Mediterrane Ernährung: Sie bietet nachweislich Vorteile für die psychische Gesundheit. Vollkornprodukte, viel Gemüse, Fisch, gesunde Fette und Nüsse sind hier die Schlüsselkomponenten.

fazit

Zucker mag kurzfristig glücklich machen, doch auf lange Sicht schadet er unserer Psyche und erhöht das Risiko für Depressionen, Angststörungen und Demenz. Wer seinen Zuckerkonsum reduziert, kann seine mentale Gesundheit stärken – und sich langfristig wirklich wohler fühlen.

Quelle: 
Alexandra Bröhm: "Zucker macht glücklich? Nein, er schadet der Psyche". Sonntagszeitung, 26. Januar 2025.

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