Monatsrückblick Juni 2022: Emotionaler Abschied

Juni 30, 2022

Rückblick Juni 2022

Wow, der Juni geht nun auch zu Ende. Das bedeutet, das halbe Jahr von 2022 ist bereits vorüber. Es waren intensive Monate. Und der Juni war wohl der intensivste bisher. Geprägt von viel Emotionen, Abschied, Trauer und auch Herzlichkeit.

Abschied von meinem Vater

Am 25. Mai ist mein Vater unerwartet gestorben. Es war und ist ein Schock für die ganze Familie. Über diese Emotionen möchte ich jedoch in diesem Monatsrückblick nicht tiefer schreiben. Es geht mir zu nah und der Schmerz ist noch zu gross.  

Nebst der Trauer und dem Versuch, diesen schmerzlichen Verlust zu realisieren, stand dann auch eine ganze Menge an Organisatorischem an. 

Ganz ehrlich, ich wusste nicht, was da alles auf uns zukommen würde und in den nächsten Wochen und Monaten wohl noch auf uns zukommt. Noch am Tag des Todes mussten wir bereits die ersten Entscheidungen treffen. Und die nächsten Tage gingen so weiter. 

Wir waren rundum beschäftigt mit Todesanzeige und Leidzirkular formulieren und Trauerfeier organisieren. Einerseits war es eine teils "hilfreiche" Ablenkung, andererseits war es einfach unglaublich schwer, in diesem Zustand solche Entscheidungen zu fällen.

Es war uns eine Hilfe, dass mein Vater vor einigen Jahren einige Wünsche für sein Ableben aufgeschrieben hatte. Darunter stand auch dieser Spruch, den er sich fürs Leidzirkular wünschte:

Nun aber bleiben Glaube,
Hoffnung, Liebe, diese drei;
aber die Liebe ist die grösste unter ihnen.

Am 16. Juni fand die Trauerfeier statt. Es war ein wunderschöner Sommertag. Eine berührende und tröstende Trauerfeier. Ich bin dankbar, dass einer meiner Herzensmenschen (eine angehende Pfarrerin) die Trauerfeier geleitet hat und uns so gut unterstützt hat.

Mein Papa fehlt mir.    

Die Trauerfeier fand in der Kirche in Wohlen bei Bern statt. In Wohlen bin ich aufgewachsen und wir haben als Familie viele Jahre dort verbracht.

Nach der Trauerfeier gab es ein Apero im Garten der Kirche. Am Schluss lag ich dort erschöpft unter diesem wunderschönen Baum und schaute in den Himmel. 

Besuch aus Mexiko

Endlich war es soweit, zum ersten Mal stand der Besuch von meinem Schwager und seiner Frau an. Ich hatte sie seit 2007 nicht mehr gesehen, das war damals bisher das erste und einzige Mal, wo mir meine Gesundheit (ME/CFS lässt grüssen) eine Reise nach Mexiko erlaubte. 

Nun war es ihr erster Besuch in der Schweiz, auf den sie lange gespart und den wir lange geplant hatten. Drei Wochen Urlaub in Europa, ein grosses Highlight für sie.

Ankunft war am 26. Mai. Als ein Tag zuvor unerwartet mein Vater starb, waren sie schon fast auf dem Weg zum Flughafen. Wir haben alle gemeinsam entschieden, dass sie die Reise dennoch antreten sollen. Es war sicher nicht ganz einfach für sie, inmitten einer trauernden Familie anzukommen. Aber wir haben uns alle sofort ins Herz geschlossen.

Ihre Reise konnten sie dann auch wie geplant durchführen, einige Tage in der Schweiz, aber auch einige Tage in Paris und Italien, wo auch Jonathan sie begleitete. 

Ich war und bin berührt und verzaubert von so viel Herzlichkeit, die die beiden von Mexiko zu uns gebracht haben. Es war mir eine Ehre, sie etwas besser kennenlernen zu dürfen. 

Jonathan begleitete seinen Bruder und seine Schwägerin nach Italien. Sie besuchten Florenz, Pisa und Rom. 

Ron hält uns auf Trab

Unser Hund Ron hat uns auch in diesem Monat auf Trab gehalten.

Bereits seit März waren wir total happy, einen neuen Hüteplatz für Ron gefunden zu haben, den wir auch sorgfältig aufbauten.

Da Jonathan seinen Bruder und dessen Frau für eine Woche nach Italien begleitete, brauchte Ron ein Plätzchen. Mit meinem derzeitigen Gesundheitszustand ist es mir nicht möglich, Ron alleine zu versorgen. Nun war es also soweit, und die erste längere Ferienzeit für Ron bei einer lieben Freundin und ihrer Familie stand an. 

Zu Beginn klappte alles wunderbar. Ron und der Junge meiner Freundin verstanden sich prächtig. Leider gab es dann am Nachmittag der Trauerfeier einen Vorfall, wo der Junge eine Verletzung im Gesicht erwischte. Was genau passiert ist, wissen wir nicht. Aber die Familie war verständlicherweise so durcheinander, dass wir Ron abholen mussten. Also fuhren wir nach der Trauerfeier direkt zu meiner Freundin und holten Ron ab. 

Glücklicherweise hat sich dann rasch herausgestellt, dass es nur eine Kratzverletzung von der Pfote war, und auch keine Absicht von Ron dahinter steckte. Der Kratzer ist nun auch wieder verheilt und alle haben die Aufregung überwunden. 

Ron ist und bleibt ein Energiebündel, welches uns immer mal wieder herausfordert und auch noch viel zu lernen hat. Wir bleiben dran, mit unserer Hundetrainier Denise, damit auch wir noch besser werden, diesen Schlingel möglichst gut zu führen. 

Ron

Unser Hund Ron kam im Februar 2021 zu uns. Und hält uns seither auf Trab.

Geplante Ferien fallen ins Wasser

Am 24. Juni wollte ich für drei Wochen ins Tessin, den Süden der Schweiz, in die Ferien fahren. Meine Eltern haben dort seit vielen Jahren ein wunderschönes Rustico. Ohne Strom, mitten in der Natur, ein kleines Paradies. Sehr erholsam. 

Nun hat sich aber meine gesundheitliche Situation sehr stark verschlechtert (ein grosser Crash), so dass ich nicht reisefähig bin (es sind über drei Stunden Weg) und zur Zeit zu 100% bettlägerig. Es ist wohl kein grosses Wunder nach all den letzten Wochen, wo ich extrem über meine Grenzen pushen musste. Und trotzdem ist es natürlich schade, dass ich meine Ferien nicht antreten konnte. 

Ich hoffe, dass ich mich bald etwas erholen werde. Und dann vielleicht doch noch ein paar Tage dort verbringen kann. Wir werden sehen.

Ein Foto vom letzten Jahr. Ron fand die Ferien im Tessin auch ganz toll. 

Mein Blog-Rückblick auf den Juni 2022

Seit dem Tod von meinem Vater bin ich irgendwie blockiert, was das schreiben angeht. Auch dieser Monatsrückblick fällt mir ehrlich gesagt schwer (nicht nur von der Kraft und Energie her). Und trotzdem finde ich es hilfreich, wenn ich ihn schreibe. 

Im Juni habe ich daher nur zwei Blogartikel veröffentlicht. Und einen davon hatte ich bereits vorher fast fertig geschrieben, so dass ich nur noch auf den Veröffentlichen-Button klicken musste. 

Schon als kleines Mädchen wollte ich Ärztin werden. Das wusste ich einfach. Das Gebiet der Medizin fand ich wahnsinnig spannend. Und anderen Menschen helfen zu können, empfand ich schon damals als sinnstiftend. Mein Weg bis zum Start des gewünschten Medizinstudiums verlief wie geplant, danach kam aber doch alles anders...

Eine Reise durch wichtige Stationen in meinem Leben, die dazu geführt haben, was ich heute bin und mache. 

Ein Einblick in einen Tag bei mir. Ganz normal erschien er mir an diesem Tag nicht, denn die Trauer war noch zu frisch. Und trotzdem wollte ich ihn verbloggen. 

Was im Juni 2022 sonst noch los war

  • Wir, also besser gesagt Jonathan, ich lag auf dem Liegestuhl daneben, haben unser Gartenhäuschen ausgemistet. Dort lagern wir den Rasenmäher und sonstiges Zeug. Wie bereits im Monatsrückblick Januar erwähnt, bin ich immer noch am Ausmisten. Weitere Etappen werden folgen. 
  • Im Juni hatte ich wieder mal einen gefürchteten Zahnarzttermin. Es war nur eine Kontrolle, also eigentlich nichts schlimmes. Wie du vielleicht im Jahresrückblick 2021 gelesen hast, habe ich ziemlich starke Zahnarztangst. Es hat alles gute geklappt und ich bin stolz, habe ich den Termin hinter mich gebracht. 
  • Im Juni wurden nun auch endlich die Arbeiten fertig gestellt von den baulichen Massnahmen, die wir betreffend der Abflussrohre vornehmen mussten. Wir hoffen, nun in Zukunft keine weiteren unschönen Überschwemmungen bei uns zu Hause zu haben. 

Fazit

Ja, es war ein wirklich intensiver Monat, der auch noch grosse Auswirkungen auf meine zukünftigen Monate haben wird. Ich bin unglaublich dankbar für all die lieben Menschen, die ich um mich habe, die mich getragen haben mit ihrer Unterstützung, Herzlichkeit und ihrer Liebe. 

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