Bericht als CFS Betroffene (Chronic Fatigue Syndrom): Chronisch krank, selber schuld? Teil 2

Oktober 19, 2020

Chronisch krank und von Schuldgefühlen geplagt

Chronisch krank: Auf der Suche nach Besserung und einer Lösung

Wie du im ersten Teil gelesen hast, war ich viele Jahre auf der Suche. Ich machte unzählige Therapien und probierte unzählige Methoden aus. 

Dies auch immer mit dem Gefühl, selber eine Lösung finden zu müssen. Und mit leise mitschwingenden Schuldgefühlen.

Was habe ich noch nicht angeschaut? Liegt es an meiner Einstellung? Wieso war ich chronisch krank, habe ich meine Krankheit etwa selber manifestiert? Es muss doch eine Lösung geben, wenn man alle Ebenen (Körper, Geist, Seele) berücksichtigt? Wieso sehe ich das denn nicht?

Vielleicht kennst du diese Gefühl auch? Dich schuldig zu fühlen, dass du chronisch krank bist?

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Meine ständige Suche nach Verbesserung liess mich aber irgendwie auch ständig spüren, dass ich die aktuelle Situation nur schwer akzeptieren konnte. Ich war noch so jung, ich konnte mir schwer vorstellen, dass mein Leben so weitergeht. 

Ich merkte, ich sehnte mich verständlicherweise ständig nach was anderem als chronisch krank zu sein. Diese Sehnsucht gab mir aber auch ständig zu verstehen: so wie es jetzt grad ist, ist es nicht okay. Und das ist echt stressig. Was Stress in unserem Körper macht, dazu weiss man ja heute eine ganze Menge.  

Chronisch krank: Ja, auch heute will ich immer noch gesund werden

Chronisch krank: Auf der Suche nach dem vergrabenen Hund

Viele Jahre habe ich nach den Gründen für meine Krankheit gesucht. Wieso war ich chronisch krank? War ich schuld, keinen Weg da raus zu finden?

Nach vielen Jahren habe ich die Suche nach dem vermuteten vergrabenen Hund abgebrochen (Der Hund durfte jetzt einfach mal auf dem Sofa lümmeln, hi hi).

Heute will ich immer noch gesund werden. Weil es einfach unglaublich viele wunderbare Sachen gibt, die man machen kann, wenn man Energie hat und gesund ist. Und ich glaube daran, dass ich Schritt für Schritt gesund werden kann.

Aber ich renne nicht mehr täglich dafür. Denn ich mache nichts mehr aus Schuldgefühlen heraus.

Klar, ich versuche mich auf diesen Wunsch auszurichten, ganz sanft und bewusst. Aber der jetzige Moment zählt, und der ist wie er ist. Und der ist okay. Er ist vielleicht nicht supercool. Es gibt natürlich manchmal auch den supercoolen Moment (ja, auch wenn man chronisch krank ist, kann man definitiv supercoole Momente haben 🙂 ), aber oft ist er das nicht , aber er ist okay. 

Und wenn es Tage gibt, wo es gar nicht okay ist, dann ist auch das okay. Dann ist es eben okay, ein nicht-okay-Tag zu haben (verstehst du eigentlich noch, was ich sagen will? Zwinker).

Und falls ich mal mehrere nicht-okay-Tage oder sogar mehrere nicht-okay-Wochen oder sogar -Monate habe, und tatsächlich vergessen sollte, dass dies okay ist, dann habe ich viele liebe Menschen um mich, die mich daran erinnern, dass dies okay ist. Und dass auch wieder bessere Zeiten kommen. 

Chronisch krank: Jeder Sturm zieht vorbei. Nichts bleibt gleich

Es ist so, wie Muneeza™, bei der ich in diesem Jahr einen online Jahreskurs absolviere, immer sagt: Jeder Sturm zieht vorbei. Nichts bleibt gleich.

Dieses Wissen und Vertrauen hilft in schwierigen Zeiten, auch den jetzigen Moment voll anzunehmen.

Es gibt so viele Dinge, wofür ich unglaublich dankbar bin. Jetzt, in diesem Moment. Und einen anderen habe ich nicht.

Das nimmt mir viel Druck weg, und bringt mir innere Entspannung. Und schlussendlich führt innere Entspannung auch zu mehr innerem Frieden, und das ist es, was ich mir schlussendlich wünsche. Das ist also bereits da.

Was ist, darf sein, und was sein darf, kann sich verändern. 

werner bock

Gestaltherapeut

Chronisch krank: Wie ging es weiter

Wie ging es aber nun weiter, nachdem ich alle Therapien abgeschlossen hatte?

Ich verbrachte einige Jahre ganz ohne Therapien. Und genoss diese Zeit ohne irgendwelche Therapien auch. Eine Zeit ganz ohne was "anzuschauen".

Danach machte ich nur noch ganz ganz wenig an Therapien. Nur noch, wenn mein Herz- und Bauchgefühl voll zustimmten. Nur wenn ich merkte, dass es etwas ist, womit ich mir etwas gutes tun kann, womit ich meinen Körper stärken kann.  

Ohne ständige Therapien hatte ich etwas mehr Zeit für anderes, was auch total wertvoll war. 

Dann gab es nochmals einen unerwarteten Richtungswechsel für mich. Als ich einmal auf den Zug warten musste und mir in einer Buchhandlung am Bahnhof die Zeit vertrieb, sah ich das Buch Medical Medium von Anthony William, das schön auf einem Tisch präsentiert wurde. 

Aber schon nur der Titel und das Cover schreckten mich irgendwie ab. Ganz ehrlich, mein erster Gedanke war so in der Art: "Ach, wieder einer, der ein Buch schreibt, und meint die Lösung von allem zu kennen".

Mit dem im Titel enthaltenen Wort «Medial» konnte ich zu dieser Zeit grad auch nicht so viel anfangen. Es war nicht so, dass mich solche Dinge grundsätzlich nicht interessierten.

Aber Ich hatte ja alle meine spirituellen Bücher und Kurse auf Eis gelegt. Ich brauchte einfach eine Pause von diesen Dingen. Ich hatte etwas eine Abwehr darauf entwickelt, nachdem ich mich so lange so intensiv mit all dem befasst hatte. Ich schaute also nicht mal richtig rein, sondern liess das Buch links liegen.

Ohne Suche kam für mich wertvolle Info zu mir

Irgendwann, ein paar Wochen später, rief mich meine Augenspezialistin an, die mich seit vielen Jahren gut kannte und mit meiner Augenkrankheit begleitete (Ja, unabhängig vom CFS bin ich auch mit einer Augenkrankheit unterwegs, aber dazu ein andermal mehr).

Sie erzählte mir, sie habe in den Ferien ein Buch gelesen, bei welchem sie die ganze Zeit an mich denken musste. Das Buch beschreibe so gut meine Symptome vom CFS/ME, ich solle es doch lesen. Sie gab mir den Titel durch. Ich notierte es. Ach so, das war das Buch, dem ich bereits mal in der Buchhandlung begegnet war.

Da ich meine Augenspezialistin fachlich und auch menschlich sehr schätze, und viel Wert auf ihre Meinung gebe, hat mich dieses Telefon überzeugt.

Wenn sie mich extra anruft deswegen, dann lohnt es sich vielleicht, dieses Buch zu lesen. Schaden wird’s ja nicht, dachte ich mir. Schlimmstenfalls landet es im Brockenhaus oder ich verschenke es an jemanden, den es interessiert.

Chronisch krank: Niemand hat Schuld an seiner Krankheit

Chronisch krank - Niemand hat Schuld an seiner Krankheit

Ich bestellte mir also dieses Buch.
In der Hängematte liegend las ich dieses Buch an einem Nachmittag durch.

Ich hatte Gänsehaut, und konnte nicht glauben, was ich da las. Das waren meine Symptome, ein grosser Teil meiner Geschichte

Ich las so vieles, was ich endlich in den Zusammenhang bringen konnte. So viele Puzzlesteine, die ich bisher gesammelt hatte aus all den Therapien, Arztbesuchen, Untersuchungen und Tests ergaben plötzlich ein grosses komplettes Bild.

Meine Fragen, auf die ich jahrelang eine Antwort gesucht hatte, wurden beantwortet. Die Ursache meiner Beschwerden wurden erklärt. Ich war einfach nur geflasht. Ich fühlte mich zum ersten Mal so richtig richtig verstanden. Es war wirklich ein spezieller Moment für mich. 

Der für mich persönlich zu Beginn ehrlich gesagt etwas irritierende Fakt, dass offenbar ein Geist (Spirit) Anthony William diese Informationen gab (mmmhm, spezielle Sache), war für mich plötzlich nicht mehr relevant.

Was ich las und hörte, fühlte sich stimmig an. Wenn diese Informationen von Spirit kommen, dann ist das so. Für mich spielt es keine Rolle, von wo sie kommen. Hauptsache es hilft vielen Menschen. Aber dazu jedem seine freie Meinung (so wie immer).

Das schönste aber überhaupt, war in seinem Buch schwarz auf weiss zu lesen, dass ich an meiner Krankheit keine Schuld hatte. Niemand hat Schuld daran, chronisch krank zu sein, egal welche Krankheit man hat. Das hat mich am meisten berührt.

Deshalb sollen auch Sie wissen: Sie können nichts für Ihre Krankheit. Weder haben Sie sie manifestiert noch angezogen. Es ist nicht Ihr Fehler. Auch haben Sie nicht verdient, sich unwohl zu fühlen. Sie haben das gottgegebene Recht auf Heilung. …

 
Lassen Sie uns ganz klar festhalten: Niemand will krank sein oder Schaden nehmen. Niemand fürchtet sich davor, gesund zu sein. 

anthony william

Zitat aus dem Buch "Mediale Medizin"

One of the most important foundations to hold on to is that no matter what, in the end, it is not your fault. Once you take the blame off your own soul and realize your symptom condition, illness, or disease is not your fault – and not your body’s fault – yo can become truly empowered.

anthony william

Zitat aus dem Buch "Cleanse to heal"

Diese Worte berührten mein Herz. Ich empfand diese Worte als so kraftvoll. Ich wusste, für mich ist das die Wahrheit. Welche Erleichterung diese Worte. Welche Last fiel von meinen Schultern. Bisher hatte ich nie von jemanden diese Worte gehört.

Endlich wusste ich mit Sicherheit, dass ich nicht die Schuld trage, chronisch krank zu sein. Und es eine Erklärung für meine Beschwerden gab. Denn auch eine Erklärung zu haben für die Beschwerden, nimmt einem Schuldgefühle weg. Und schenkt einem wieder Vertrauen, Hoffnung und Frieden in den Körper. 

Auf dem Weg der Gesundung ist das Wissen um die Krankheitsursachen (und das Wissen, was sie nicht sind) schon die halbe Miete. Im nächsten Schritt geht es dann darum, wie man Besserung erwirkt. …

anthony william

Zitat aus dem Buch "Mediale Medizin"

Survival oft the less toxic

It’s not survival of the fittest. It is survival of the ones who come into this world less toxic…

anthony william

Zitat aus dem Buch "Cleanse to heal"

Noch an diesem Tag stellte ich behutsam meine Ernährung um. Es fühlte sich diesmal anders an. Ich rannte nicht mehr hinterher, ich hatte Antworten gefunden.

Und von hier aus startete mein Weg jetzt neu. Sanft, liebevoll, manchmal auch total herausfordernd und mühsam.

Ich verstand nun meinen Körper besser. Ja, ganz ehrlich, ich war vorher oft wütend auf ihn, weil er einfach nicht funktionieren wollte. Ich wusste nun, es war nicht so, dass er bisher was falsch machte, er machte alles, was er nur konnte. 

Ich hatte mich auf meiner bisherigen Reise wegen meiner Krankheit, aber auch aus beruflichem Interesse bereits intensiv mit verschiedenen Ernährungsrichtungen befasst. Ich hatte unterdessen ja auch eine Ausbildung als Ernährungscoach gemacht. 

Zu diesem Zeitpunkt ass ich seit vielen Jahren bedarfsorientiert (nach Tönnies). So wurde ich auch ausgebildet, und arbeitete auch mit dieser Ernährungsrichtung in meiner Praxis.

Ich hatte in meiner Praxis sehr viele gute Ergebnisse damit, und auch bei mir eine gewisse Stabilität erreicht. Allerdings ging es bei mir nie weiter als diese Stabilität. Und bei schwer kranken Kunden half es auch nur bedingt.

Also verabschiedete ich mich etwas schweren Herzen von der bedarfsorientierten Ernährung. Ich stellte alles um. Weil ich wusste, damit kann ich meinen Körper stärken und unterstützen. Es fühlte sich richtig an.

Es war kein Entscheid, weil ich das Gefühl hatte, das muss ich jetzt auch noch ausprobieren. Sondern ich wusste, jetzt macht für mich alles Sinn. Dies war im Juli 2018. Aber dazu ein andermal mehr.

Dein Körper tut jeden Tag sein Bestes

Es geht mir hier aber gar nicht um eine mögliche Ernährungsweise. Denn viele Wege führen nach Rom und jeder muss für sich entscheiden, was für ihn stimmig und passend ist. Jeder geht seinen eigenen Weg.

Jedoch war mir wichtig, dir zu erzählen, wieso ich heute keine Schuldgefühle mehr habe. Und wieso ich dadurch auch viel mehr Selbstmitgefühl mit mir selber und mit meinem Körper habe.

Wieso ich heute weiss, dass mein Körper jeden Tag sein Möglichstes und Bestes tut. Und ich ihm dafür von Herzen dankbar bin.  
Vielleicht hilft auch dir das irgendwie…

Alles Liebe auf deinem persönlichen Weg!

Anna Hirsiger
Über die Autorin

Anna Hirsiger

Bei Anna steht deine Gesundheit im Zentrum. Als Ernährungscoach und Homöopathin unterstützt sie dich dabei, deine Gesundheit zu verbessern.

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